Samstag, 5. Dezember 2020

# Why I don't talk about things I love

Ich muss meinem Frust mal eben Luft machen - und leider muss dafür dieser Blog herhalten.

Ich bin jemand, der so gut wie nie über sich selbst redet. Ich mag es, anderen zuzuhören. Ich bin gerne immer für andere da, versuche zu helfen, versuche zu bewirken, dass sie sich besser fühlen. Aber über meine Gefühle reden? Über das, was ich so alles erlebt habe? No way.

Noch weniger gerne rede ich über Dinge, die ich liebe. Die mir wichtig sind. Ist das nicht seltsam? Ich weiß nicht genau, was der Grund dafür ist. Ich glaube, ich habe unter anderem Angst, dass mir Herzensdinge schlechtgeredet werden.

Dass es tatsächlich besser ist, wenn man niemals über solche Sachen redet, hat sich mir gestern mal wieder bewiesen. Ich habe Vertrauen zu einer Freundin gefasst, ich mag sie gerne, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, aber das muss ja auch nicht sein. Ich hatte das Gefühl, sie interessiert sich für mich, also habe ich ihr (wenn auch etwas widerwillig) von einer Person des öffentlichen Lebens erzählt, die ich grandios finde. Gleichzeitig äußerte ich aber auch meine Bedenken darüber, dass sich zu viel Begeisterung über eine Person, die man ja noch nicht einmal persönlich kennt, seltsam anfühlt.

Daraufhin meinte sie eiskalt, sie hätte den Eindruck, ich würde diese Person völlig "overhypen".

... Well, that's why I don't talk about things I love. Danke für nichts.

Ich habe zum ersten (und ganz sicher zum einzigen Mal) davon gesprochen. Und sie zieht den Schluss, ich "overhype" diese Person. Diese Aussage ist so an den Haaren herbeigezogen, dass ich ehrlich gesagt beinahe die Befürchtung habe, sie hat das nur gesagt, um mich zu verletzen. Aber das wäre wiederum so paranoid ... Keine Ahnung, was das sollte. Aber es hat mich echt verletzt.

Das ist wie mit diesen Leuten, die sich wundern, warum man nie über seine Gefühle redet. Über all die Ängste und Sorgen. Und wenn man das dann doch tut, dann wird man nicht ernst genommen. Dann wird gesagt, man solle sich nicht so anstellen. Und dass es ja wohl wirklich Schlimmeres gäbe. Ihr kennt das sicher.

Wie dem auch sei ... Ich kehre in meine Höhle zurück, wo ich das, was ich liebe, im Stillen ausleben kann. Mit anderen darüber zu reden wird sowieso völlig überbewertet.

Finchen

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