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Montag, 30. November 2020

# 2020

Ist es nicht seltsam, dass ich immer wieder zu diesem Blog zurückkomme? 

Ich habe mich ewig nicht mehr gemeldet, beinahe hätte ich diesen Blog vergessen, bis ich zuletzt - nach wirklich sehr langer Zeit - wieder auf die Waage gestiegen bin und genauso verzweifelt war, wie in all den Jahren zuvor. 

Wir starten wieder bei 65 kg. Von dieser Zahl komme ich beim besten Willen nicht mehr runter. Und jetzt geht es auch noch auf Weihnachten zu ...

In diesem verfluchten Jahr 2020 hat sich für mich kaum etwas geändert. Die größte Veränderung ist, dass ich den Job gewechselt habe. Nach 10 Jahren in meinem alten Job war es allerhöchste Eisenbahn. Und diese Entscheidung war zum Glück goldrichtig. Ich fühle mich sehr wohl im neuen Job und meine Kollegen sind fantastisch. 

Was gibt es sonst so zu erzählen?

Vor einiger Zeit lernte ich einen Mann kennen, übers Internet. Wir schrieben monatelang, er sagte schon, er wäre sehr schwierig. Aber das bin ich ja auch. Wir hatten so unglaublich viele Gemeinsamkeiten, er wohnte nicht allzu weit weg von mir, und zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich den Gedanken, dass das wirklich was werden könnte. Ich war ernsthaft interessiert. Als es auf ein Treffen zuging, war ich total gehyped, ich habe mich so gefreut! Und dann, als wir den Tag ausmachen wollten ... meldete er sich nicht mehr. Es kam keine Nachricht mehr, keine Antwort.

Ich war traurig und wütend, und schrieb ihm am Ende dieser schweigsamen Woche, dass offenbar doch kein Interesse an einem Kennenlernen in der realen Welt besteht und dass es unter diesen Voraussetzungen besser wäre, den Kontakt abzubrechen. Ich wünschte ihm alles Gute weiterhin - und gedanklich verfluchte ich die Monate (!), die ich in etwas investiert hatte, was am Ende völlig für die Katz war. Komischerweise schrieb er mir sofort zurück, überhäufte mich mit Entschuldigungen und wirklich lahmen Ausreden, die ich ignorierte. Ich hatte meinen Schlussstrich gezogen. Einen Tag später besaß er dann noch die Dreistigkeit, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, indem er meinte: "Ich dachte, du würdest mich verstehen."

Aber das wars. Ich kann sowas nicht mehr. Entweder jemand hat Interesse, oder nicht. Ich will keine halben Sachen mehr, ich will ... gewollt werden. Ich will die Aufmerksamkeit, die ich auch anderen entgegenbringe, weil sie mich interessieren, weil ich sie mag und schätze.

Und so klischeehaft es sich auch anhört: Solche Erlebnisse machen mich mehr und mehr kaputt. Ich will mich keinem Menschen mehr öffnen, es führt doch zu nichts.

Ich will mein Leben ja ändern, aber ... es funktioniert einfach nicht. Alle Versuche laufen ins Leere. Und so sehe ich weiterhin nur allen anderen beim Leben zu. 

Sonntag, 15. September 2019

# Das eigene Gewicht und soziale Interaktionen

Ihr Lieben,

habt ihr euch schon mal so unwohl im eigenen Körper gefühlt, dass ihr euch nicht getraut habt, großartig in die Öffentlichkeit zu gehen, bzw. euch mit Menschen zu treffen?

Ich wette, viele meiner Follower werden diese Frage mit einem deutlichen Ja beantworten.

Mir geht es seit Monaten so. Ich will mich schon seit Ewigkeiten mit zwei Freundinnen treffen, die ich lange nicht mehr gesehen habe und ich bringe es einfach nicht über mich, weil ich mich so abstoßend finde. Ich habe Angst, dass sie schlecht von mir denken, obwohl das echt totaler Schwachsinn ist. Aber trotzdem ... 

Eine von ihnen ist stark magersüchtig und neben ihr werde ich immer aussehen, wie ein fetter Kloß, selbst wenn ich 20 kg abnehmen sollte.

Die andere hingegen ist ziemlich übergewichtig, doch auch vor ihr schäme ich mich, obwohl ich um einiges schlanker bin, als sie. Ist das nicht verrückt? 

Ich weiß, dass das übertrieben ist und dass ich mir nicht so viele Sorgen machen sollte, aber ich kann einfach nicht anders. Ich denke immer: Ich nehme erst einmal 5-10 kg ab und dann kann ich all das in Angriff nehmen und mich großartig fühlen!

Ist das nicht traurig? So schiebe ich das Leben immer weiter vor mir her, weil - wir alle wissen - dass ich es einfach nicht hinkriege, abzunehmen.

Heute Abend bin ich mit einem Freund von mir auf nem Konzert und eigentlich sollte ich mich darauf echt freuen, aber in Wahrheit bin ich nur wahnsinnig nervös, denn auch er kann es nicht lassen, mir Kommentare über mein Gewicht zu stecken. Er ist ein Kollege von mir und einmal - das ist etwa zwei Jahre her - ging ich aus dem Büro raus und er sah mir hinterher und sagte vor allen anderen Kollegen: "Hey, dein Arsch sieht ja wieder aus wie ein Arsch!", weil ich abgenommen hatte. Ihr könnt euch vorstellen, wie unfassbar peinlich mir das war. Für mich war das kein Kompliment - erst recht nicht vor allen anderen Leuten ... Und bei ihm kann ich mich nicht wohl fühlen, er schaut mich immer von oben bis unten ganz genau an und denkt sich so seinen Teil. Soll er halt, aber dann soll er auch wenigstens den Anstand haben und die Klappe halten ...

Uff, dieses ganze Thema rund ums Gewicht ist wieder so aktuell in meinem Kopf. Ich habe auch Panik davor, heute Abend beim Konzert meine Jacke ausziehen zu müssen, weils ja doch meistens irgendwann recht warm wird in so einer Halle. Ich im T-Shirt ... niemand will das sehen, ich erst recht nicht.

Ach Mensch, es führt kein Weg dran vorbei, ich muss hardcore auf Diät gehen, es muss sich endlich was ändern. Laut BMI bin ich leicht übergewichtig. Unfassbar, dass es soweit gekommen ist ...

Samstag, 14. September 2019

# Ich hasse Menschen

Ich versteh's einfach nicht. Es gibt da diese wirklich sehr enge Freundin von mir, der ich alles erzählen kann - und damit ist sie (leider) die Einzige, von der ich das behaupten kann. Sie erzählt mir genauso viel Persönliches, wir halten uns regelmäßig auf dem Laufenden. Sie hat noch viel stärkere psychische Probleme, als ich.

Manchmal, wenn ich ihr etwas (für mich sehr Wichtiges) erzähle (via WhatsApp, wir wohnen leider etwas weiter auseinander, sehen uns allerdings mindestens 1x im Monat), dann reagiert sie einfach nicht darauf und meldet sich wochenlang nicht, tut danach dann so, als wäre nie etwas gewesen. Ich fühle mich dann herumgeschubst. Ihr werdet denken, sie hat möglicherweise eine depressive Phase und schafft es einfach nicht - das habe ich jedenfalls am Anfang gedacht und natürlich Verständnis gehabt - aber das ist offenbar nicht so, denn sie postet weiterhin irgendwelchen Nonsense auf Facebook, von Spieleabenden mit ihren Mitbewohnern, von Kneipengängen, von Besuchen bei ihrer Mutter... Sie chattet dort mit ihren 10.000 Freunden, die ihr - so unter uns gesagt - alle so dermaßen in den Arsch kriechen, dass mir schlecht wird.

Immer wieder gibt es Seelenstriptease von ihr auf Facebook, wo sie sich in regelmäßigen Abständen ihre Bestätigung von ihren Freunden abholt, die ihr sagen, wie toll sie doch ist und dass sie sich nicht ändern muss und wer das nicht erkennt, ist ja wohl total blind.

Ich kann sowas nicht.

Ich bin leider keine von denen, die ihr diese Bestätigung rund um die Uhr geben kann und das weiß sie auch. Ich kann sowas auch nicht nachvollziehen. Was bringt es mir denn, wenn mir irgendwelche x-beliebigen Personen, die ich größtenteils noch nicht einmal persönlich kenne, in den Arsch kriechen?

Immer wieder ist sie - aus verschiedenen Gründen - das Opfer, wird unfair behandelt, erklärt in ellenlangen Posts, warum sie so ist, wie sie ist, und braucht scheinbar unbedingt Menschen, die ihr vermitteln, dass sie genauso richtig ist, wie sie nun mal ist, und dass alle anderen doof sind, nur sie nicht.

Ich habe daraufhin gestern zum ersten Mal seit gefühlten 100 Jahren meinen Facebook-Account deaktiviert, weil ich das echt nicht mehr ertragen kann. Ich will's nicht mehr lesen, nicht mehr sehen.

Meine letzte Nachricht an sie, eine Sprachnachricht von 2 Minuten, in der ich ihr von einem Vorfall berichtete, der mich total belastete, blieb über eine Woche lang unbeantwortet. Gehört hat sie es aber, wie mir die verdammten blauen Häkchen verraten. Da ich dachte, dass es ihr nicht gut geht (obwohl mir Facebook etwas anderes vermittelte), schrieb ich ihr, dass ich an sie denke, woraufhin sie sich entschuldigte und sich selbst als "treulose Tomate" bezeichnete. Eine Antwort auf meine Sprachnachricht gab es trotzdem nicht, stattdessen wieder Funkstille.

So geht das immer wieder. 

Und ich hasse mich dafür, dass ich irgendwie "auf sie angewiesen bin", weil sie doch die Einzige ist, der ich wirklich ALLES anvertrauen kann... Aber ich will das nicht mehr. Ich will mich nicht mehr so vor einem Menschen öffnen, der mich "aus der Schublade holt, wenn es mal wieder passt", oder wenn sie selbst Probleme hat und meine Hilfe braucht. 

Vielleicht interpretiere ich auch zu viel in ihr Verhalten hinein, aber ganz ehrlich, noch deutlicher kann man Desinteresse einfach nicht machen.

Würde sie mir etwas erzählen, was sie offenbar belastet und traurig macht, dann würde es mir nie im Leben einfallen, sie einfach zu ignorieren, über einen so langen Zeitraum hinweg, während ich mich stattdessen mit Schwachsinn beschäftige, meine Zeit mit fremden Leuten in den sozialen Medien verbringe, oder stundenlang vor der PlayStation hocke.

Ich verstehe Menschen einfach nicht.

Jedes Mal, wenn ich denke, einen "Verbündeten" gefunden zu haben, passiert sowas und ich werde meilenweit zurückgeschleudert, weil ich einfach nicht weiß, wie ich mit so etwas umgehen soll.

Jedes Mal komme ich dann wieder zu der Erkenntnis, dass es niemanden gibt, der "wirklich immer für dich da ist", weil jeder seine eigenen Päckchen zu tragen hat, und letztendlich einfach keiner Zeit für deinen Scheiß hat.

Sonntag, 1. September 2019

# ich lebe noch

Hallo meine Lieben!

Tja, wie fange ich am besten an? - Ich lebe noch und habe diesen Blog nicht vergessen.

Ist noch jemand von euch aktiv? Wie geht es euch allen?

Bei mir ist viel passiert. Leider fast nur Scheiße. Ich wurde von meinem Arbeitgeber fertiggemacht, bin seit Monaten auf verzweifelter Jobsuche, habe (natürlich) wieder zugenommen und bin (endlich) dabei, eine Therapie anzufangen.

Lasst unbedingt von euch hören, wenn ihr das hier lest. :)

Finchen

Mittwoch, 30. August 2017

# flashbacks

Gestern ging es mir echt mies. Ich war nicht in der Lage, nach der Arbeit noch irgendetwas zu machen. Und damit meine ich, dass ich es tatsächlich noch nicht mal geschafft habe, die Spülmaschine auszuräumen oder den Müll rauszubringen. Ich lag einfach nur auf der Couch und habe geweint, Kontakt zu Menschen gemieden und mich dann um 21 Uhr ins Bett gelegt. Dann konnte ich nicht schlafen, war irgendwann gegen 1 Uhr nachts wieder wach, dann wieder um 5 Uhr und dann bin ich auch aufgestanden, hat ja doch keinen Sinn mehr gehabt.

Früher war ich mit einer ziemlich großen Gruppe fast jedes Wochenende unterwegs, aber mit der Zeit hat sich der Kontakt verloren, weil die meisten weggezogen sind - ich selbst auch. Wir wohnen jetzt mittlerweile alle viel zu weit auseinander und haben nur noch ganz sporadisch Kontakt. Die Interessen sind in verschiedene Richtungen gegangen und jeder hat sich irgendwie sein eigenes Leben aufgebaut; so mehr oder weniger jedenfalls. 

Nun wollten wir ein "Reunion Treffen" veranstalten und schon allein die Planung hat so viele Erinnerungen zurückgebracht - aber leider nicht nur gute. Ich hatte mich mit 3 Leuten damals verkracht. Das alles ist jetzt 6 Jahre her und ich weiß den Grund bei 2 Leuten noch nicht mal mehr. Ich weiß nur, dass es unfassbar wehgetan hat, weil mir die Menschen einfach so wichtig waren. Wir waren zwischen 16 und 20 Jahre alt und einige jüngere von uns waren so sprunghaft und teils so launisch; ich weiß noch genau, dass es damals manchmal echt schwierig war. Nichtsdestotrotz hatten wir die beste Zeit zusammen.

Gestern ist mir dann mit einem Schlag klargeworden, dass alles letztendlich echt scheiße gelaufen ist. Und dass die gute Zeit so nie wieder kommen wird. Dass wir alle inzwischen so viel älter sind, als damals. Die Unbeschwertheit ist weg und auch die Euphorie von damals.

Vor allem aber leide ich noch immer unter dem Kontaktabbruch von diesen 3 Personen. Eine davon war mir echt so verdammt wichtig, aber der Kontakt war von heute auf morgen einfach weg. Ich weiß echt nicht mehr, was überhaupt vorgefallen ist. Ich weiß nur noch, dass sie schrieb "Dann hass mich halt", und als ich zurückgeschrieben habe, dass ich sie auf keinen Fall hasse, habe ich direkt gemerkt, dass sie mich überall blockiert hatte. Die Nachrichten kamen gar nicht mehr durch. Und das wars.
Eine andere - sie war damals die Jüngste in unserer Gruppe - hatte sich mit vielen gestritten, aber irgendwie bin ich die einzige, zu der der Kontakt nicht mehr aufgebaut wurde. Ich bin auch eine derjenigen, die am weitesten weg wohnen.
Und am schlimmsten war es mit der dritten Person. Ich musste damals ein paar Treffen absagen, weil ich anderweitig unterwegs war - und einmal ist sie völlig ausgetickt, hat mich übel beleidigt und komplett den Kontakt abgebrochen. Leider war sie eine derjenigen, die die meisten Sachen organisiert hatte und das bedeutete, dass ich seitdem überall ausgeschlossen wurde. Ich war nirgendwo mehr dabei. Und somit endete die einst so gute und tolle Zeit.

Das alles ist so lange her und tut trotzdem noch so weh. Ich würde einige von meinen Leuten so gerne wiedersehen, aber ich glaube ich könnte es nicht ertragen, wenn die anderen mich dann ignorieren würden oder so... Andererseits wäre es vielleicht eine Chance, das alles von damals aus dem Weg zu räumen und doch irgendwie noch mal neu anzufangen... Keine Ahnung. Ich bin einfach so übertrieben unsicher und hab echt so große Angst, dass ich eigentlich sogar wünschte, diese "Reunion"-Sache wäre nie ins Leben gerufen worden. :(

Ich verstehe so vieles nicht, was um mich herum passiert. Ich habe damals nie irgendwem etwas Böses gewollt und habe mich immer so gut mit allen verstanden. Sie waren es, die mich im Stich gelassen und ausgeschlossen haben, das ging nicht von mir aus. Ich musste nur die Konsequenzen von ihren Launen tragen. Eine von den früheren Freundinnen versicherte mir gestern, dass ich eine der liebsten Menschen bin, die sie kennt und dass sie mich so gerne mal wiedersehen würde. Aber wenn das wirklich so ist, warum ende ich dann irgendwie immer alleine? 

Ich hasse mich so sehr und weiß noch nicht mal genau, warum eigentlich. Ich weiß echt nicht, ob ich was falsch gemacht habe oder mich irgendwie nicht korrekt verhalten habe. Aber dieses 'sich keiner Schuld bewusst sein' macht ja auch nichts besser, wenn trotzdem alles irgendwie zerbricht.

Donnerstag, 6. April 2017

# ich will das alles nicht mehr

Scheiße, wie kann einen manchmal eine einzige, kleine Nachricht nur an allem zweifeln lassen? 

Ich würde es niemals offen zugeben, aber ich bin wirklich so verdammt alleine. Nie würde ich irgendjemandem anvertrauen, dass ich darunter leide und dass das in Wahrheit echt ein wunder Punkt bei mir ist. Aber hier möchte ich darüber schreiben und mir etwas Luft machen. 

Mein bester Freund hat seine Clique seit Jahren. Ich kenne die meisten von denen, weil wir schon alle zusammen auf Konzerten unterwegs waren. Jetzt, wo das Wetter wieder besser wird, sind sie alle fast jedes Wochenende zusammen und unternehmen etwas. Aber ich bin nie dabei, weil ich einfach nicht dazu gehöre. Und das sage ich ganz ohne in Selbstmitleid zu versinken - es ist einfach so, und das weiß ich auch; es ist nichts Neues. Aber es tut weh. Das sind alles Leute, die Partner haben und sie alle kennen sich untereinander. Mich kennt keiner von ihnen so wirklich und ich habe keinen Partner, ich bin einfach jemand "von extern". Ich weiß, dass es nicht daran liegt, dass ich unbeliebt bin oder so - ich bin einfach nur kein Mitglied dieser Gruppe. Das war noch nie so und das wird auch nie so sein.

Meine beste Freundin wohnt zu weit weg und hat sowieso sehr viel zu tun; wir sehen uns echt selten.

Meine andere beste Freundin sehe ich alle paar Wochen, sie ist auch weggezogen.

Eine weitere, sehr gute Freundin hat einfach keine Zeit. Nie, nie, nie Zeit. Wenn man eine Nachricht über WhatsApp schreibt, kommt manchmal erst zwei Wochen später eine Antwort. 

Weitere Freunde sind aber auch wirklich ausnahmslose alle querbeet im Lande verstreut - niemand wohnt hier in der Nähe und könnte "mal eben spontan vorbeikommen" oder so. Und sie alle haben wenig Zeit...

Ich habe mich letztes Wochenende mit meinem Exfreund getroffen. Seit unserer Trennung sind wir noch befreundet und das ist echt okay. Ich hatte zwar Angst, dass er wieder einen Spruch zu meinem Gewicht ablässt, aber es kam glücklicherweise nichts. Wir sind spazieren gegangen und Eis essen. Ich wusste von Anfang an, dass es wieder darauf hinauslaufen wird, dass er in einer Tour von sich redet, aber es war mir egal - ich wollte einfach nur nicht schon wieder alleine ein ganzes Wochenende lang rumhängen und war froh über Gesellschaft, egal von wem. Wir haben ausgemacht, dass wir wieder mehr zusammen machen wollen, einfach so, bisschen was erleben und so.
Und heute früh schrieb er mir, dass er vermutlich bald nicht mehr alleine ist. Er erzählte mir schon bei unserem Treffen von dieser Frau, die er erst seit zwei Wochen kennt und die eigentlich gar nicht zu ihm passt (sagte er selbst), weil sie keine Tiere mag (er hat viele) und andere Ansichten zum Leben hat, als er.
Ich verstehe sowas nicht. Wie kann ich mich von einer "Beziehung" in die nächste stürzen, nur um nicht alleine zu sein?!
Okay, dann versuchs halt mit der nächsten Frau. Damit hat sich unser "mehr zusammen unternehmen" dann auch erledigt. Das war eigentlich mein Hoffnungsschimmer, um wieder etwas aktiver in der normalen Welt zu werden...

Gott, ich bin wirklich so traurig und ich komme aus diesem Kreislauf gar nicht mehr raus. Ich bin so schlecht im "Menschen kennenlernen" und ich kriege es nicht hin, meinen Freundeskreis zu erweitern.

Eine gute Freundin heiratet bald. Ich bin zu ihrer Hochzeit eingeladen und freue mich natürlich darüber, aber gleichzeitig hab ich so Angst davor. Ich will nicht alleine dahingehen, ich kenne niemanden dort, außer eben das Brautpaar. Sie sagte, ich kann natürlich einen Partner mitnehmen, aber wen denn?! Mein bester Freund wäre mitgekommen, weil er sie auch gut kennt, aber er hat leider an dem Datum schon etwas vor. Ich frage jetzt noch einen anderen Freund, der sie ebenfalls kennt, aber wenn er auch absagt, dann muss ich alleine hingehen... Zu allem Überfluss bin ich von der Trauzeugin auch noch in den JGA mit eingebunden worden. Stecke nun in einer WhatsApp-Gruppe voll mit unbekannten Nummern und fühle mich so elend, weil ich die alle nicht kenne und keine Ahnung habe, was ich eigentlich da soll. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich, dass ich da integriert werde, aber meine (immer größer werdende) Angststörung lässt die Panik wachsen, eben weil ich keinen von denen kenne. :(
Nachtrag: Wenigstens mein anderer Freund hat zugesagt. Gott sei Dank, dann muss ich nicht alleine zur Hochzeit...

Ich glaube, dass es für manche Menschen nicht wirklich einen Platz gibt, oder einen Partner, oder eine "Aufgabe", ein Ziel. Nicht jeder ist dazu bestimmt, etwas zu erreichen - manche Menschen sind einfach nur da. Ich bin so jemand - ich bin einfach nur da.

Ich weiß, dass mich viele mögen und dass ich diesen Leuten auch wirklich wichtig bin, aber sie alle haben ihr eigenes Leben, in der man selbst als Freund eben nur einen begrenzten Platz hat. Ich habe also niemanden, der sich "um mich kümmert" und der immer da ist. Bislang kam ich damit klar, aber so langsam nicht mehr.

Die meisten suchen heutzutage ihrer Partner über Apps. Tinder, Lovoo und wie sie alle heißen. Ich kann das ABSOLUT nicht. Einen Partner wie aus dem Katalog auswählen - erst einmal nach dem Aussehen? Geht nicht. No way. Ich würde mich so schämen. Auf Fotos kann jeder gut aussehen. Ganz abgesehen davon, dass sowas Nebensache für mich ist. Das ist alles nicht meine Welt.

Ich sage immer, dass ich so nicht weitermachen kann, wenn sich bald nicht mal etwas ändert.

Aber wann ist dieses "bald"? Es ändert sich nichts - wie denn auch?!

Die Welt, sie wartet nicht auf Dich.
Das Leben mag Dich einfach nicht.
Wirst überall sein, was Du bist,
nicht erwartet, nicht vermisst.
[Broilers - Vom Scheitern]


Wenn ich bloß den Mut hätte, diesem Elend ein Ende zu bereiten.
Im Himmel habe ich wenigstens jemanden, der auf mich wartet.
Mama, ich vermiss dich so sehr. Wenn du magst, dann hol mich zu dir.

-

Donnerstag, 23. Februar 2017

# Glücklichsein ist eine Kunst

Wenn ich mir selbst die Frage stelle, was ich wirklich will; was ich brauche, um glücklich zu sein, dann finde ich darauf keine Antwort. 

Ich weiß es nicht. 

Ich wüsste auch nicht, was mich jetzt gerade in dem Moment glücklich machen würde. 

Es klingt ganz, ganz furchtbar depri-klischeehaft, aber es ist tatsächlich so, dass beinahe alles bedeutungslos geworden ist, seit du weg bist.

Natürlich würde es mir gefallen, jetzt im warmen Bett zu liegen und ein Buch zu lesen - aber ich könnte nicht sagen, dass es mich glücklich machen würde, denn das würde ja nichts verändern. 

Ein neuer Freundeskreis, einen Partner, ein neuer Job - all das wäre vielleicht gut und würde den jetzigen Zustand verbessern; aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann würde sich auch dadurch letztendlich nichts verändern. 

Ich wäre immer noch allein, überfordert und traurig.

Nichts könnte passieren, um diesen Zustand zu ändern, und daraus schließe ich, dass das jetzt mein Leben lang so bleiben wird. Das ist auch der Grund, warum ich keine Therapie in Betracht ziehe. Weil es nichts ändert. Ich würde mich sicher etwas besser fühlen, nach einem Therapiegespräch, aber das wird dich auch nicht wieder lebendig machen.

Ich bin gefangen, in dieser Welt, mit diesem Leben, mit mir selbst. Und das ist ohne dich nicht erträglich.

Was macht mich glücklich? Was kann ich tun, um aus diesem Zustand rauszukommen?

Keine Ahnung.

Dienstag, 14. Februar 2017

# Diät + Periode

Danke für eure Kommentare, ihr seid großartig. ♥

Diese Diskussionen und Sprüche von diversen 'Freunden' haben viel in mir ausgelöst. Viel mehr, als ich eigentlich wollte.

Aber was ich jetzt eigentlich ansprechen wollte - An die Mädels, die hier mitlesen: 

Ist es bei euch auch immer so schlimm, wenn ihr eure Tage habt? 

Ich hab letzte Woche kein Problem damit gehabt, eine sehr strenge Diät durchzuziehen. Habe auch abgenommen. Dann kamen mir aber meine Tage in die Quere und ich könnte echt kaputtgehen. Ich kann meinen Hunger dann echt nicht ignorieren, weil mir extrem schlecht wird und ich schlimme Bauchschmerzen  bekomme. Das heißt, ich zerstöre mir gerade alles wieder, was ich mir in einer Woche aufgebaut habe. Dann fange ich wieder von vorne an. Ich weiß gar nicht, was ich dagegen tun soll; ich hab einfach echt viel Hunger, wenn ich meine Periode habe.

Ist das bei euch auch so?

Wäre schön zu wissen, nicht alleine zu sein. :( 

Finchen

Samstag, 14. Januar 2017

"Ich hasse dicke Frauen!"

Stellt euch vor, ihr seid schon seit x-Jahren mit jemandem befreundet und kennt denjenigen auch dementsprechend gut. - Denkt ihr jedenfalls... Und dann plötzlich kommt ein Thema auf, über das ihr vielleicht noch nie mit demjenigen gesprochen habt und es tun sich nur noch Abgründe auf. Dann merkt ihr, dass derjenige eine Meinung vertritt, mit der ihr überhaupt nicht klarkommt - und auf einmal verändert sich das komplette Bild dieses Menschen in eurem Kopf...

Ein Kollege von mir, und gleichzeitig guter Freund, hat ziemlich krasse Ansichten, was so einiges angeht. Viele mögen das nicht, aber ich kam immer ganz gut mit ihm aus - was vermutlich daran lag, dass ich diversen Themen immer aus dem Weg gegangen bin.

Beispielsweise hat er einen Sohn, mit dem er aber nix anfangen kann. Ich hasse es, wie er sich manchmal über diese Situation, in der er jetzt nunmal steckt, äußert - aber letztendlich ist es seine Sache. Nachvollziehen kann ich das nicht und das weiß er auch. Er lässt sich aber nichts sagen und kein Ratschlag ist gut genug, also gebe ich ihm auch keine mehr. Damit hat sich für mich die Sache erledigt. 

All das heißt aber nicht, dass er deswegen ein schlechter Mensch ist. Er hat viele Facetten, so wie wir alle. Er ist einer der ganz, ganz wenigen Menschen, auf die ich mich 100% verlassen kann. Wenn ich ihn aus Indien anrufen würde und ihn darum bitten würde, mich abzuholen, würde er es tun; egal wie. Ich weiß vieles an ihm sehr zu schätzen. Vielleicht habe ich deshalb immer die negativen Seiten so weit es geht ausgeblendet...

Am Freitag sprachen wir im Büro darüber, dass jeder eben seine eigene Meinung hat und dass das auch gut so ist. Und dann ließ er die Bombe platzen, indem er sagte: "Ja, genau so ist es. Ich zum Beispiel; ich hasse dicke Frauen. Ich hasse das; ich finds so ekelhaft. Das ist halt meine Meinung."

Und jetzt wirds etwas abgedreht: Ich weiß, dass er dicke Menschen laut eigenen Aussagen "ekelhaft findet". Ja, das wusste ich schon vorher; er hat das immer mal wieder erwähnt. Aber immer in Situationen, wo man das recht gut nachvollziehen konnte. Beispielsweise wie wenn man jemandem ein Bild vom 'dicksten Menschen des Planeten' zeigt und derjenige das Gesicht verzieht. So in etwa. Von daher habe ich das (Achtung, Wortwitz) Gewicht dieser Aussage nie so wahrgenommen, wie eben gestern... 

Aus diesem Spruch hat sich ein gewaltiger Streit entwickelt. Er ist - mal wieder - so jemand, der sich alles reinstopfen kann, was er will, ohne zuzunehmen. Und genau das hab ich ihm auch an den Kopf geworfen; dass er sich überhaupt kein Urteil darüber bilden kann, wie es ist, wenn jemand mit seinem Gewicht zu kämpfen hat, weil er diesen Kampf kein bisschen kennt. Aber es ging bloß hin und her, und er argumentierte damit, dass das eben seine Meinung wär und fertig. Während unserer Diskussion wurde er patzig und fast schon beleidigend. So kannte ich ihn bisher noch nicht; so hat er noch nie mit mir geredet.

Jetzt sitze ich hier und fühle mich schon wieder absolut furchtbar. 

Wie kann man nur so eine Aussage treffen? 

Zu sagen "Ich hasse dicke Frauen" ist für mich auf gewisse Art und Weise das gleiche, wie wenn man sagen würde "Ich hasse schwarze Frauen", oder "ich hasse rothaarige Frauen", oder sonstwas. Alle diese Aussagen haben nämlich eines gemeinsam: ES IST BULLSHIT. 

Und zwar so gewaltiger Bullshit, dass ich kotzen könnte! Ich hätte ihm am liebsten eine geknallt. Oh, und geheult hätte ich natürlich auch fast schon wieder. Weil ich einfach so wütend und verletzt und auch schockiert war. 

So kann man sich also in einem Menschen täuschen. Ich glaube, ich werde ihn nie wieder mit den gleichen Augen sehen.

Macht ihn sowas zu einem 'schlechteren Menschen'? - Keine Ahnung... Zu einem dümmeren auf jeden Fall.

Montag, 9. Januar 2017

# blöde Kommentare | Fastenzeit

Hallo ihr Lieben,

es ging eine Zeit lang gut, mit dem Essen und dem Gewicht. Alles war soweit völlig im Rahmen. Bis die Weihnachtszeit anfing. Dann ging es wieder steil bergab. Im Nachhinein betrachtet, war die Zeit rund um Weihnachten auch mit die Schlimmste bislang; ich hatte schon wieder einen Absturz nach dem anderen und habe wirklich nur gefressen. War mir zu dem Zeitpunkt total egal. Jetzt darf ich die Konsequenzen dafür tragen.

Bin wieder auf 64 kg hoch. :(

Am Samstag war ich bei meinem Exfreund zu Besuch. Wir verstehen uns noch immer sehr gut, von daher sehen wir uns hin und wieder. Das letzte Treffen war aber schon eine Weile her.

Kaum saß ich zwei Minuten bei ihm aufm Sofa, kam der Spruch, den wirklich keine - aber auch gar keine - Frau der Welt jemals hören will: 

"Oh, du hast aber wieder zugenommen!"

... 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie furchtbar dieser Satz war. Genau so hat er es gesagt; mit genau diesen Worten! Ich war sofort ganz schrecklich nervös und peinlich berührt. Habe nur irgendwas genuschelt von wegen "Ohje, sieht man das so sehr?" und habe meinen Pulli möglichst weit über meine fetten Oberschenkel gezogen...

Er meinte zwar sofort "Sieht doch gut aus!", aber ... ja... haha... genau... :( Ich hätte im Erdboden versinken können. Das Treffen war so unangenehm... Als ich später wieder im Auto saß und losgefahren bin, hab ich bitterlich geweint und mich so elend gefühlt. :(

Zu allem Überfluss schrieb er mir dann auch noch per WhatsApp und sprach schon wieder mein Aussehen an. :( 



Ich hab's natürlich mit Humor genommen, bzw. so getan als ob. Ich nehme es ihm ja auch wirklich nicht übel, weil ich genau weiß, dass er es nicht so meint, bzw. einfach nicht darüber nachdenkt, was er sagt. Aber ... mein Gott, wie demütigend. :( 

"... und du deinen Hunger gestillt." - Oh Gooooott. :(( 

Er selbst ist - wie man ja schon aus seiner Aussage herauslesen kann - ein dünnes Hemdchen. Er nimmt partout nicht zu, egal wie viel er in sich reinstopft. So Leute haben natürlich gut reden. Die kennen das nicht, wenn das, was man isst, auch ansetzt. 

Unverständlich ist für mich nur, wie man ernsthaft eine Frau darauf ansprechen kann, wie sehr sie zugenommen hat... Das geht echt gar nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich weigere mich nun, zu essen. Ich tu's einfach nicht. Und es ist okay; es ist wirklich in Ordnung. Sind wir mal ehrlich: Das ist doch eh alles nur pure Kopfsache. Ich kann und werde den Hunger überwinden, so lange wie es geht. Also starte ich wieder mit einer Fastenzeit. 

Ich tu alles. Nur möchte ich nie wieder hören, wie viel ich doch zugenommen hätte....

Finchen.

Donnerstag, 1. September 2016

# worst case situation

Es ist schwierig, mit allem immer alleine zu sein. 

Mit dir habe ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren. Jetzt bin ich so einsam, dass ich den Schmerz nicht in Worte fassen kann.

Dieses Gefühl kommt immer mehr bei mir an. Je mehr Zeit vergeht, desto schlimmer wird dieser Zustand. 

Ich will nicht ständig den Tränen nahe sein; ich will nicht jeden Abend weinen. 

Wo ich bis vor kurzem nur abends geweint habe, fängt es nun schon morgens an. Ich kann das einfach nicht ertragen - und wenn das so weitergeht, bekomme ich Alltag und Job nicht mehr hin. Irgendwann passt diese Maske nicht mehr, die man sich sonst immer aufsetzt.

Gott, ich vermisse dich so sehr. Dieses Leben ist wertlos für mich; ich fühle mich so nutzlos und alleine. Die Wochenenden sind am schlimmsten. Meine Freunde sind längst verplant, oder verbringen die Zeit mit ihren Partnern. Ich will nicht das fünfte Rad am Wagen sein, also bleibe ich Zuhause. Neue Kontakte knüpfen fiel mir schon immer schwer; und jetzt erst recht.

Ich habe mir sämtliche Chancen verspielt; habe mir nichts eigenes aufgebaut. Jetzt sitze ich in den Trümmern, die übrig geblieben sind. 

Es ist der worst case. Der schlimmste Fall, den ich mir je hätte ausmalen können. Komplett alleine zu sein - und keine Chance auf Besserung, oder Veränderung. Keine Hoffnung - und offen gestanden auch kein Wille.

Ich will nicht mehr; ich bin so lebensmüde.

Samstag, 20. August 2016

# Chaos im Kopf

Ich habe so viel zu erzählen und in meinem Kopf führe ich den ganzen Tag lang Gespräche, aber wenn dann jemand mit mir reden mag, bekomme ich keinen Ton heraus. Die Buchstaben, die ich schreiben möchte, liegen alle in meinem Kopf parat; fein säuberlich sind dort Sätze notiert, die ich mit euch teilen möchte. Aber wenn es dann soweit ist, weiß ich nicht mehr, wie ich mich ausdrücken soll; wo ich anfangen soll - und ob ich überhaupt anfangen soll. Es ist viel zu viel. Da ist zu viel in meinem Kopf und ich bekomme das Chaos einfach nicht geordnet. Wenn ich ein Buch in das Regal einräume, fallen drei andere raus - und während ich diese dann aufhebe und den Platz suche, an den sie gehören, fällt das ganze Regal um. 

So in etwa fühlt es sich an. Ich werde dem Chaos in meinem Kopf einfach nicht Herr. Und meistens fange ich gar nicht erst an, zu sortieren, weil ich weiß, dass ich es ja doch nicht schaffe. Kaum habe ich einen Gedanken festgehalten, rast es in meinem Kopf weiter und ich verliere den Faden. Ich arbeite einen Gedanken aus, widme mich diesem voll und ganz - und habe zeitgleich hundert weitere im Sinn, sodass ich das imaginäre Buch am liebsten zuschlagen und gegen die Wand schmeißen würde. Ich würde all diese Regale am liebsten einfach umkippen, zertrümmern, zerstören und verbrennen.

Ich will das nicht mehr; dieses Chaos.

Entdweder bin ich völlig apathisch und in meiner eigenen Welt, oder ich breche total zusammen und komme gar nicht mehr klar. Etwas dazwischen gibt es kaum noch; jedenfalls nicht, wenn ich alleine bin. Und ich bin immer alleine. Sogar in Gesellschaft.

Samstag, 6. August 2016

# the clock ticks life away

Hallo zusammen

Wie ihr seht, hat sich die Gewichtsanzeige rechts geändert. Somit auch der BMI. 

Ich ... ich hab mich ... gehen lassen, schätze ich.

Es ist Wochen her, seit ich das letzte Mal gebloggt habe. Der Grund ist schnell erklärt: Ich habe Abschied genommen. 

Abschied von meiner Mama, Abschied von meinem Zuhause, Abschied von bekannten und vertrauten Wegen, Gerüchen, Geräuschen, Bildern, Personen...

Abschied von allem, was mich noch irgendwie... festgehalten hat; was mich vor dem gnadenlosen Absturz bewahrt hat.

Und danach?

Danach bin ich abgestürzt. 

Ich habe... gefressen, geraucht, viel zu viel getrunken - regelmäßig; jeden Abend... Ich habe zu viele Tabletten genommen, habe mich Zuhause verkrochen, bin weder an die Tür, noch ans Telefon gegangen. Ich habe Nächte durchgeheult, habe geschrien und gefleht, habe das Leben verflucht und mir den Tod gewünscht. Wären meine beiden Lebensretter nicht bei mir, dann hätte ich mir mittlerweile das Leben genommen.

Tearing me apart with
words you wouldn't say
And suddenly tomorrow's
a moment washed away

Die Quittung kam dann irgendwann nach Wochen totaler Eskalation in Form von einem Zusammenbruch. Und nein, ich bin nicht in einer Klinik oder so - aber ich habe kapiert, dass ich mir Hilfe suchen muss. Ich schaff's alleine einfach nicht mehr raus aus diesem Teufelskreis aus wirren Gedanken, Trauer, Angst, Hass, Überforderung und Aussichtslosigkeit. Ich brauche jemanden, der mir eine andere Sichtweise zeigt; denn ich selbst krieg's nicht hin. Ich hasse einfach nur. Und das hätte meine Mum nie gewollt. 

Nun bin ich wieder streng auf Diät, um wenigstens wieder unter 60kg zu kommen... Ich habe mich vor diesem Blogeintrag und vor dieser Wahrheit so lange gedrückt, weil ich mich unglaublich schäme... Aber so ist es nunmal gelaufen. Ich bin zwar jetzt erst recht verzweifelt as fuck, aber... keine Ahnung. Wird schon wieder.

The light on the horizon
was brighter yesterday
With shadows floating over
the scars begin to fade
We said it was forever
but then it slipped away
Standing at the end of
the final masquerade

Montag, 11. Juli 2016

# ausgebrannt

Hallo ihr Lieben.

Momentan bin ich hier nicht sehr aktiv... Ich melde mich aber wieder, sobald ich kann.

Im Moment geht's mir schlecht. Sehr schlecht.

Finchen.

Donnerstag, 16. Juni 2016

# manchmal auch alles egal

Heute ist so ein typischer "Ich schmeiße alles hin"–Tag.

Eigentlich lief es gestern ganz gut, aber das hat meine Waage wohl nicht mitbekommen, ahahah. -.- Und eigentlich könnte ich auch die Häkchen rechts an der Seite wieder wegmachen, weil mein Gewicht schon wieder total hin und her springt. Ich bin einfach nicht konsequent genug.

Aber ... manchmal is' es mir auch einfach egal. Heute ist so ein Tag. 

Ich hab Hunger und ich muss essen. An manchen Tagen kann ich den Hunger besser "ertragen" und manchmal fast gar nicht. Ist das bei euch auch so?

Finchen.

Dienstag, 14. Juni 2016

# Kugel-Finchen

Boah, Mädels. Es läuft richtig, richtig schlecht.

Ich esse zu viel, echt. Zu viel Schokolade und überhaupt.. :( Ich fühl mich total mies.

Ich muss unbedingt wieder einen Fastentag einlegen. Mittlerweile ist es so, dass ich gar nicht erst mit dem Essen anfangen darf, sonst geht alles sofort schief. Entweder ich esse gar nichts, oder ich fresse. Dazwischen gibt es nichts.

Wie auch immer.

Weiteren brainfuck gibt's von meinem Exfreund, mit dem ich seit neuestem wieder Kontakt habe.


"Nach dir war keine mehr gut genug" - Das hat er mir vor etwa einem halben Jahr schon einmal gesagt. Ich weiß, dass er mich damals wirklich geliebt hat. Aber damals war mir alles zu viel.

Das Gespräch gestern Abend ging noch weiter in diese Richtung - und ich bin verwirrt.

Ich will mich nicht in Sachen verrennen, die ich später vielleicht bereuen würde... eben weil ich momentan so... einsam bin. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Was richtig und was falsch ist.

Zum Glück gibt es auch schöne Nachrichten, die mir zeigen, was für wundervolle und liebe Menschen ich um mich herum habe.


  ~



Ich bin so dankbar dafür. ♥

Finchen.

Sonntag, 12. Juni 2016

# Ablenkung

Ich merke immer mehr, dass dieses "nicht essen" oder eben "essen", eine reine Ablenkung ist. Ich beschäftige mich damit rund um die Uhr, nur damit ich nicht so viel an andere Dinge denken muss.

Das ist nicht gut, oder? ...

Die Waage zeigte heute 56,1 kg an. Ich habe mein Zielgewicht also bald erreicht...

Nachtrag: Ich möchte mich für eure wunderbaren Kommentare bedanken. Ihr seid toll. ♥

Samstag, 11. Juni 2016

# diese Hölle

Ich habe beschlossen, heute zu fasten. Bislang habe ich noch nichts gegessen und zum Glück auch keinen Hunger. Nachdem ich gestern wieder eine ekelhafte Fressattacke hatte, reichts mir jetzt. Ich hatte den ganzen Tag Bauchschmerzen, jetzt so langsam gehts wieder.

Heute Morgen habe ich ununterbrochen im Haus rumgeräumt, danach wär ich fast durchgedreht. Zu viele Erinnerungen, die einfach viel zu weh tun, es ist kaum zum aushalten. Ich musste raus - und bin erstmal ne Stunde lang ziellos durch Felder gewandert, habe krampfhaft versucht, Tränen zurückzuhalten und einen kompletten Ausbruch zu verhindern.


Später gings weiter mit Gartenarbeit, bis ich gegen Abend komplett kaputt war. Habe mich kurz etwas wackelig auf den Beinen gefühlt, aber jetzt ist das auch wieder weg. Ich sitze etwas ratlos hier. Für heute ist alles getan und jetzt habe ich Zeit für mich - und genau das ist es, was ich gar nicht gebrauchen kann. Ich will nicht nachdenken, ich will beschäftigt sein.

Es ist jetzt schon 6 Wochen her, Mama ... Wie kann das sein? Es kommt mir vor, als wär es erst gestern gewesen. Warum dreht sich die Welt weiter? Warum geht es einfach immer weiter?

Ich vermiss dich so...

Freitag, 3. Juni 2016

# fast umgekippt

Ja .. der Titel sagt schon alles. Heute hat nicht mehr viel gefehlt und ich wär umgekippt. 

Heute früh kam jemand vom Sanitätshaus und holte ein paar von Mama's Sachen ab .. Und der Typ war etwas seltsam... Er hielt sich viel länger hier auf, als er eigentlich musste.. schaute sich immer mal wieder um... und redete komisches Zeug..

"Sie wohnen ja ziemlich einsam hier oben."
"Ja, ein bisschen."
"Fühlen Sie sich nicht alleine?" 
"... nein."
 [...]
"Haben Sie manchmal Pfefferspray bei sich?" 
"... ähm ... ja." (Habe ich nie, aber was ist das denn für eine Frage?!)
"Na dann... lassen Sie sich nicht stehlen." Er hat mir zugezwinkert und ist gegangen. 

Ich hab Angst gehabt und mir wurde wieder überdeutlich vor Augen geführt, dass ich jetzt eben alleine bin. Ich bin auf mich allein gestellt; hier ist niemand mehr, der auf mich aufpasst.

Vielleicht bin ich auch einfach nur paranoid und der Typ wollte nur nett sein. Keine Ahnung.

Dann auf der Arbeit ging es mir wirklich schlecht. Körperlich. Die letzten paar Tage waren nicht nur psychisch, sondern auch physisch echt anstrengend. Erst hungern, dann fressen, dann wieder fressen und noch mehr fressen. Bauchschmerzen ohne Ende. Verdauung will nicht. Meine Tage hab ich auch noch. Kopfschmerzen vom ständigen heulen. Blabla.

Jedenfalls war mir unheimlich schwindelig und ich habe einen knallroten Kopf gehabt. Es hat sich wirklich angefühlt, als würde mein Kopf brennen. Selbst meine Kopfhaut hat gekribbelt; irgendwas war da also los. Ich denke mal, dass ich Fieber hatte; keine Ahnung. Als mich dann der dritte Kollege auf mein Aussehen ansprach und sich besorgt zeigte, was denn nur mit mir los wäre, hab ich schon gedacht, es wäre vielleicht besser, wenn ich heimfahren würde. Aber ich hatte viel zu tun, also blieb ich. 

Ich bekam einen Scheißauftrag nach dem nächsten und war innerhalb kürzester Zeit komplett überfordert, weil ich insgeheim gehofft hatte, meine Arbeit schnell erledigen und dann abhauen zu können. Als mich dann ein Kollege wegen einer Lappalie anmeckerte, bin ich binnen weniger Sekunden in Tränen ausgebrochen, habe mich erst einmal auf dem Klo verschanzt - und dann ging wirklich nichts mehr. Ich bin schnell raus um eine zu rauchen, bevor ich meinen Kollegen so komplett verheult unter die Augen treten musste. Mir ist das mittlerweile so unfassbar peinlich, wie labil ich bin. 

Als ich nach der Zigarette wieder reingehen wollte, konnte ich schon kaum aufstehen. Alles hat sich gedreht und ich habe ein paar Versuche gebraucht, um wirklich aufstehen zu können. Schon während dem rauchen hab ich gemerkt, dass ich die Zigarette nicht ordentlich festhalten konnte. Ganz komisch war das. Ich bin jedenfalls reingeschlurft und die Kollegen sagten, ich solle nach Hause fahren. Ich muss ausgesehen haben, wie ein Häufchen Elend. Ich wusste aber, dass ich in dem Moment nicht fahren konnte, ich habs mir echt nicht zugetraut, meinen Wagen zu steuern. Also blieb ich noch eine halbe Stunde lang sitzen, und als ich mir sicher sein konnte, keine Gefahr für den Straßenverkehr zu sein, bin ich endlich nach Hause gefahren... 

Daheim hab mich hingelegt und bin sofort eingeschlafen. 

Meine Katzen haben mich immer mal wieder geweckt und ich war so furchtbar dusselig, mein ganzer Körper hat gekribbelt und ich hab zeitweise das Gefühl in den Armen und Beinen verloren - wie wenn einem der Fuß einschläft. Keine Ahnung, was hier passiert. Es kann auf jeden Fall nicht daran liegen, dass ich zu wenig esse. Eher zu viel. Ich denke, mein Kreislauf ist einfach am Ende. 

Jetzt gerade bin ich zum ersten Mal für heute so einigermaßen wach und klar. Aber ich weiß nichts mit mir anzufangen, also werde ich wohl bald wieder schlafen gehen... 

Finchen.

Donnerstag, 2. Juni 2016

# alleine²

Nicht nur, dass ich mich eh schon vollkommen alleine fühle - nein, ich bin es auch wirklich. Ich bin alleine. Mutterseelenallein. Keiner kümmert sich so wirklich; und das ist so verletzend. In den ersten paar Tagen kamen diverse Leute zu mir gestürmt, haben mich herzzerreißend umsorgt, doch das hielt nicht lange an. Jetzt - fast fünf Wochen später - geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Obwohl mein Schmerz nur tiefer geworden ist und kein Stück besser.

Schon nach wenigen Tagen bietet dir plötzlich keiner mehr an, einfach mal zu reden oder so... Nein, es stimmt was gesagt wird: Am Ende bist du alleine.

Das sollte ich mir merken. Retten kann ich mich nur selbst.

Ich bin meine Rettung - oder mein Untergang. Nur ich allein; niemand sonst.

Gott, ich vermisse meine Mum so sehr. Die einzige Person, die mir jemals so richtig nah stand, der ich alles sagen konnte und mit der ich mich nie alleine gefühlt habe...

Ein kleiner Teil von mir ist so wütend im Moment.

Wütend auf dieses scheiß Leben. Wütend, dass meine Mama so früh gehen musste und jahrelang so leiden musste. Wütend darüber, dass alles nun so gekommen ist. Wütend, dass für mich die Welt untergegangen ist und es andere Leute (denen man ja "ach so wichtig ist") einen Scheißdreck interessiert.

Es gibt momentan viel zu wenig, was FÜR dieses Leben spricht.